Teilnehmende Ateliers und Galerien 2018

 

Im Folgenden finden Sie eine Übersicht aller teilnehmenden Ateliers und Galerien. Um sich bestimmte Kunstgattungen oder die Teilnehmer/innen eines einzelnen Wochenendes anzeigen zu lassen, benutzen Sie bitte das Auswahlmenü.

 

 

galerie:balou e.V.

Malerei, Wochenende 1 21./22.Mai Contact: Malerei, Grafik, Objekt, Fotografie, Video / Film, Digitale Medien, Sound, Wochenende 2 – 9./10. Juni 2018
Oberdorfstraße 23 44309 Dortmund Telefon Privat: 0231-20 18 66 http://www.balou-dortmund.de

Werkbeschreibung

Ausstellung Künstlergruppe Noguru

 

 

Mitglieder: Peter Bucker / Volker Krieger / Susanne Linn / Rudolf Preuss / Benjamin Vogel

Ausstellung in der galerie:balou bis 7.6. 18
Öffnungszeiten: Mo -Do 14.00 – 18.00

Die Künstlergruppe Noguru arbeitet häufig thematisch. Die Ausstellung der galerie:balou greift Situationen auf, in denen Alltagssituationen aus dem Normalitätsgefühl zu einem Gefühl des Schreckens, des Ungewöhnlichen oder Skurrilen kippen können.

Susanne Linn betitelt ihre Bilderserie:“ ohne Bild“. Durch Übermalungen wird ein Porträt einer jungen Frau anonymisiert.Die Übermalungen – sei es ein farbiger Balken über die Augen oder ein Netz über dem Kopf – verändern den Porträtcharakter dahingehend, dass die Betrachter ihre eigenen inneren Bilder assoziieren können. Das Verschwinden der Physiognomie im Bild, die Lehrstelle Gesicht, hat auch immer etwas Schreckliches. Das Gesicht prägt wesentlich die Individualität von Menschen und ist Kennzeichen von Menschlichkeit. Keiner möchte nur eine Nummer und anonym sein.

Peter Bucker malt mit kräftigen, Rottönen. Auf dem Bild ist ein Mann zu sehen. Formatfüllend steht er am Bildrand und schaut nach außen auf den Boden. Die Hände sind auf dem Rücken verschränkt, der Rücken leicht nach vorne gebeugt. Diese Haltung hat eine hohe Ikonizität. Sie kann verbunden werden mit Nachdenken oder Abwarten etwa. Es bleibt völlig unklar, worauf sich diese Haltung bezieht. Ist es ein Ereignis von dem er sich abgewendet hat, oder hat ein Ereignis außerhalb des Bildes sein Interesse geweckt? Das Bild ist emotional eindrucksvoll interpretationsoffen, weil der Bildanlass im Unklaren bleibt.

Volker Krieger arbeitet mit Videos. In einem Bilderrahmen laufen zwei kleine Videoclips. Sie zeigen ihn selbst und eine andere Person beim Betrachten einer Ausstellung. Die Kamera wurde frontal installiert. Es entsteht der Eindruck eines Blickes aus dem Ausstellungsobjekt. Das Mienenspiel der Betrachtenden wechselt zwischen Erstaunen, Unverständnis, Begeisterung und Coolness. Wie verhalte ich mich auf einer Ausstellung? Lasse ich den Gefühlen, die eine Ausstellung in mir anregt, freien Lauf oder spiele ich den unbeeindruckten Kunstexperten. Der „Normalfall“ Ausstellungsbesuch beinhaltet viele Facetten zwischen Lust, Skurrilität und Unverständnis.

Rudolf Preuss Die Arbeit „Zwischen den Orten“ thematisiert die Absurdität eines Fluglandefeldes bei Nacht. Die grellen Scheinwerfer, die Hektik, die Geräusche vermitteln eine Situation, in der man sich nur schwer zurechtfinden kann. Gott sei Dank sind alle Wege immer genau bezeichnet. Die Fotografien sind digital bearbeitet, werden verkleinert in einen großen, leeren, schwarzen Raum gesetzt und mit einem Ereignishorizont versehen. Die Arbeit „Abschatten“ beschäftigt sich mit menschlichen Silhouetten, die ins Bild hineinfallen, dort auf eine sehr fremde Art und Weise aufgenommen und gebrochen werden. Wie in der Arbeit von Peter Bucker wird auf Ereignisse außerhalb des Bildes hingewiesen.

Benjamin Vogel malt detaillierte Bergszenarien. Der Titel dieser Serie lautet „alpine Topographien“. In seinen früheren Serien waren die Berge Fiktion. Nun malt er reale Berge, in diesem Fall den Montblanc. Die Darstellung des verschneiten Berges bei Sonnenlicht ohne andere atmosphärische Einflüsse rückt die Landschaftstopographie in den Mittelpunkt. Die Berge erhalten einen Skulpturencharakter, wie in der nüchternen, objekthaften Darstellung von Gebirgslandschaften in der zeitgenössischen Fotografie. Auch hier ist das Thema Alltagssituationen enthalten. Was geschieht in den Bergen? Berge sind extrem und ambivalent. Wie schnell kann eine genussvolle Bergwanderung in eine Gefahr oder in eine Situation umschlagen, in der man sich fragt „Was mache ich hier eigentlich?